Sel. Maria Restituta Kafka       


29. Oktober

Ordensfrau, Märtyrin, III. Orden
* 1894 Brünn-Husovice,  + 1943 Wien

 

Helene Kafka wurde am 1. Mai 1894 in Brünn-Husovice (Tschechien) geboren. Sie wuchs in Wien-Brigittenau auf und trat 1914 bei den Franziskanerinnen von der christlichen Liebe (Hartmannschwestern) in Wien-Margareten ein. Ihr Ordensname war Schwester Maria Restituta.
Vor ihrer Verhaftung 1942 wirkte sie lange Jahre als angesehene Erste Operationsschwester am Krankenhaus Mödling bei Wien. Unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurde sie für die Treue zu ihrem Gewissen als christliche Krankenschwester, für ihren unbeugsamen Glaubensmut und ihr Bekenntnis zu einem freien Österreich am 30. März 1943 im Wiener Landesgericht enthauptet.
Papst Johannes Paul II. hat Schwester Maria Restituta am 21. Juni 1998 auf dem Wiener Heldenplatz seliggesprochen. Der 29. Oktober war der Tag des Todesurteils.

Eröffnungsvers
Diese Märtyrin hat für Christus gelebt und ist mit ihm gestorben. 
Sie hat sich nicht gefürchtet vor den Drohungen der Richter. 
Darum durfte sie eingehen in die Herrlichkeit des Herrn.

Tagesgebet
Starker und treuer Gott,
du hast der seligen Maria Restituta die Gabe verliehen,
     bis in den Tod für den Glauben
und die menschliche Würde zu kämpfen.
Auf ihre Fürsprache gib,
dass auch wir uns im Kreuz des Herrn rühmen
     und unerschrockene Zeugen deines Heiles werden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Lesung     2 Tim 1,6-14
Entfache die Gnade Gottes wieder.

Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an Timotheus.

Ich rufe dir ins Gedächtnis:
Entfache die Gnade Gottes wieder,
     die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteil geworden ist.
Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben,
     sondern den Geist der Kraft,
     der Liebe und der Besonnenheit.

Schäme dich also nicht,
     dich zu unserem Herrn zu bekennen;
schäme dich auch meiner nicht,
     der ich seinetwegen im Gefängnis bin,
sondern leide mit mir für das Evangelium.
Gott gibt dazu die Kraft:
Er hat uns gerettet;
mit einem heiligen Ruf hat er uns gerufen,
nicht aufgrund unserer Werke,
     sondern aus eigenem Entschluss und aus Gnade,
     die uns schon vor ewigen Zeiten
     in Christus Jesus geschenkt wurde;
jetzt aber wurde sie
     durch das Erscheinen unseres Retters
     Christus Jesus geoffenbart.
Er hat dem Tod die Macht genommen
und uns das Licht des unvergänglichen Lebens gebracht
     durch das Evangelium,
als dessen Verkünder,
     Apostel und Lehrer ich eingesetzt bin.
Darum muss ich auch dies alles erdulden;
aber ich schäme mich nicht,
denn ich weiß, wem ich Glauben geschenkt habe,
und ich bin überzeugt,
     dass er die Macht hat,
     das mir anvertraute Gut bis zu jenem Tag zu bewahren.

Halte dich an die gesunde Lehre,
     die du von mir gehört hast;
nimm sie dir zum Vorbild,
und bleibe beim Glauben und bei der Liebe,
     die uns in Christus Jesus geschenkt ist.
Bewahre das dir anvertraute kostbare Gut
     durch die Kraft des Heiligen Geistes,
     der in uns wohnt.

Antwortpsalm     Ps 40,2.4.9-10
Mein Gott, deinen Willen zu tun, macht mir Freude. – R

Ich hoffte, ja ich hoffte auf den Herrn. *
Da neigte er sich mir zu und hörte mein Rufen.
Er legte mir ein neues Lied in den Mund, *
einen Lobgesang auf ihn, unsern Gott.
– (R)

Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude, *
deine Weisung trage ich im Herzen.
Gerechtigkeit verkünde ich in großer Gemeinde, *
meine Lippen verschließe ich nicht; Herr, du weißt es.
– R

Ruf vor dem Evangelium     Vers: Joh 13,34
Halleluja. Halleluja.
Ein neues Gebot gebe ich euch:
Wie ich euch geliebt habe,
so sollt auch ihr einander lieben.
Halleluja.

Evangelium     Joh 15,9-17
Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.

✠  Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Wie mich der Vater geliebt hat,
     so habe auch ich euch geliebt.
Bleibt in meiner Liebe!
Wenn ihr meine Gebote haltet,
     werdet ihr in meiner Liebe bleiben,
so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe
     und in seiner Liebe bleibe.

Dies habe ich euch gesagt,
     damit meine Freude in euch ist
     und damit eure Freude vollkommen wird.
Das ist mein Gebot:
Liebt einander,
     so wie ich euch geliebt habe.
Es gibt keine größere Liebe,
     als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.

Ihr seid meine Freunde,
     wenn ihr tut, was ich euch auftrage.
Ich nenne euch nicht mehr Knechte;
denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut.
Vielmehr habe ich euch Freunde genannt;
denn ich habe euch alles mitgeteilt,
     was ich von meinem Vater gehört habe.

Nicht ihr habt mich erwählt,
sondern ich habe euch erwählt
     und dazu bestimmt,
     dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt
und dass eure Frucht bleibt.
Dann wird euch der Vater alles geben,
     um was ihr ihn in meinem Namen bittet.

Dies trage ich euch auf:
     Liebt einander!

Fürbitten
V
  Herr Jesus Christus, auf dich hat die selige Märtyrin Maria Restituta gehofft und hat den Kampf des Lebens bestanden. Zu dir rufen wir:
V/A   Erhöre uns, Christus.

-  Für alle Frauen und Männer, die mit dem Einsatz ihres Lebens dich bekennen und verkünden.

-  Für die Ordensfrauen, die in vielfältiger Weise dir und den Mitmenschen dienen.

-  Für die Krankenschwestern und Krankenpfleger, die im Hauspflegedienst und in den Krankenhäusern mit Kraft und Geduld ihren Dienst verrichten.

-  Bewahre uns vor Terror und Krieg und schenke den Völkern dieser Erde deinen Geist der Friedfertigkeit.

-  Herr Jesus, bei deiner Geburt haben Engel Frieden auf Erden verkündet, am Kreuz hast du deinen Gegnern verziehen.

Du hast den Friedfertigen das Himmelreich versprochen: Schenke Frieden auch unseren Tagen. 

A  Amen.

Gabengebet
Herr, unser Gott,
wir bringen diese Gaben dar
     am Gedenktag der seligen Maria Restituta,
die weder Verfolgung noch Tod
     von der Einheit deiner Kirche trennen konnten.
Erhalte auch uns in dieser beharrlichen Treue.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Präfation     Von den heiligen Jungfrauen und Ordensleuten
                    oder von den Märtyrern

Kommunionvers     1 Petr 3,1
Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.

Schlussgebet
Herr, unser Gott,
du hast uns mit den heiligen Gaben gestärkt.
Gib, dass auch wir
     nach dem Vorbild der seligen Maria Restituta standhaft bleiben.
Bewahre uns vor Trägheit und Feigheit,
     damit wir am Lohn deiner Märtyrer Anteil erlangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.


Selige Maria Restituta Kafka

 

LESEHORE

Commune: eine Märtyrin
oder Jungfrauen

 

ZWEITE LESUNG

Aus einem Brief von Schwester Maria Restituta nach Verkündigung ihres Todesurteils.

Allen habe ich von Herzen verziehen.

Nach meiner Verurteilung der erste, vielleicht auch letzte Brief. Meine gute Schwester Oberin, wie der Urteilsspruch lautet, wisst Ihr ja alle, da Schwester Longina und Asella sowie Vally und Anny bei der Verhandlung zugegen waren und Euch sicher davon verständigt haben.

Meine gute Schwester Oberin, wohl tut es mir von Herzen leid, dass ich Ihnen sowie allen Schwestern solches Leid zufüge, doch kränkt Euch nicht, denn was Gott tut, ist wohlgetan. Ich selbst fühle mich keiner Schuld bewusst, und muss ich mein Leben lassen, so bringe ich gerne das Opfer, denn so hoffe ich, dass ich gnädige Aufnahme bei meinem Heiland finde. Heute, am Fest Allerheiligen, an welchem mich mein Heiland jene herrlichen Wunder betrachten lässt, bitte ich meinen Heiland, auch mich bald in diese Scharen einzureihen.

O liebe Schwester Oberin, bitte verzeihen Sie mir all die Sorgen und Leiden, die ich Ihnen bereitet habe, ich bitte auch alle Schwestern um Verzeihung, vergesst mich nicht in Euren Gebeten, betet viel für mich um eine gute Sterbestunde und dann für meine Seelenruhe. Tausendmal „Vergelt’s Gott“ Ihnen, liebe Schwester Oberin, für alle Liebe und alles Gute, das mir durch Sie zuteil wurde, ebenso allen  lieben Schwestern.

Allen habe ich von Herzen verziehen, die zu meiner Verurteilung beigetragen haben. Möge mir der liebe Gott dafür Seelen schenken. Bitte tragt niemandem etwas nach, sondern verzeiht allen von Herzen, wie auch ich es tue.

Liebe Schwester Oberin, am 25. Oktober schrieb ich Würdiger Mutter, obwohl ich noch keine Ahnung hatte, sogar die Hoffnung, bald wieder bei Euch sein zu können, einen Abschiedsbrief, die Feder wollte nichts anderes schreiben; somit wenn ich noch einmal schreiben kann, werde ich meinen beiden Schwestern Vally und Anny schreiben, ein letztes Mal, grüßen Sie mir beide herzlich, vielleicht, liebe Schwester Oberin, kann ich Euch noch einmal sehen, möchte mich freuen, jeden Mittwoch ist Besuchstag, vielleicht könnt Ihr Euch erkundigen.

Briefe bekam ich keine, weder von Mödling noch vom Mutterhaus noch von Anny, ob ich sie bekomme, weiß ich nicht; es tut mir sehr leid wegen des Bildchens, das Anny mir schickte, wie sie mir beim Besuch erzählte, vielleicht könnt Ihr Euch erkundigen hier.

Meine liebe Schwester Oberin, grüßen Sie bitte alle meine lieben Bekannten, sie sollen nicht weinen, sondern   beten für mich, besonders Schwester Agnes mit ihren lieben Schwestern. Ihr und allen ein inniges „Vergelt’s Gott“. Alle Namen ist mir nicht möglich aufzuschreiben, da es mir an Papier fehlt, aber niemanden vergesse ich und bitte, auch mich nicht zu  vergessen.

Nun, liebe Schwester Oberin, nochmals tausend Dank für alles. Grüße Sie und alle Schwestern von ganzem Herzen, bitte vergesst mich nicht im Gebet, auch an Würdige Mutter und Schwestern unserer ganzen Kongregation „Vergelt’s Gott“ für alles im Jesu-Herzen stets vereint.


Quellenangabe: 
Aus dem ersten Brief der seligen Maria Restituta Kafka nach der Ver- kündigung des Todesurteils am 1. November 1942, in: 
https://restituta.at/brevier/

Responsorium
R
  Siehe, Gott ist mein Retter, * der Herr ist meine Kraft und Stärke. 
V  Der Herr ist mein Helfer, was können Menschen mir antun? * Der Herr ist meine Kraft und Stärke.

Oration     wie in den Laudes.
 

LAUDES

Hymnus

Herr Jesus Christus, guter Hirt,
dir folgt, wer deine Stimme hört,

wer mehr gehorcht dem Gotteswort
als dem, was Menschensatzung lehrt.


Dem Lamme, das geschlachtet ward,
ging Schwester Restituta nach.

Aus seinem Kreuz kam ihre Kraft,
zu stärken, was da krank und  schwach.

Den Leidenden war sie ein Trost.
Für Arme, Kleine, jung und alt,
trat  Restituta  schützend ein

vor lebensfeindlicher Gewalt.

Wie Jesus einst vom Kreuz herab
hat ihren Feinden sie verziehn. 

Wie unser Herr sein Haupt geneigt,
so gab auch sie ihr Leben hin.


Herr Jesus, der du Frieden schenkst,
wie ihn die Welt nicht geben kann.
Bewahre uns vor Not und Krieg; 
lass deine Herrschaft brechen an!

Dem Vater, voll Barmherzigkeit,
dem Sohn, der uns zum Himmel führt,
dem  Geist,  dem  Tröster  in  der  Not:
Dem einen Gott all Ehr gebührt.
Amen.

Benedictus - Antiphon
Ich werde nunmehr geopfert, und die Zeit meines Aufbruchs ist nahe.

Oration
Starker und treuer Gott, du hast der seligen Maria Restituta die Gabe verliehen, bis in den Tod für den Glauben und die menschliche Würde zu kämpfen. Auf ihre Fürsprache gib, dass auch wir uns im Kreuz des Herrn rühmen und unerschrockene Zeugen deines Heiles werden. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
 

VESPER

HYMNUS     wie in den Laudes.

Magnificat - Antiphon
Schon jetzt liegt für mich der Kranz der Gerechtigkeit bereit, den mir der Herr, der gerechte Richter, geben wird.

Oration     wie in den Laudes.

 

Kontakt

bernhard.frei@kapuziner.org